Das Böse

Photo: Dieter Rielk

Philosophisches Café mit Bettina Stangneth

Dienstag, 22. November 2016, 19 Uhr

Das Böse, erst recht Kants "radikal Böse", das tief in der menschlichen Natur verwurzelt sei, scheint sich in mildernde Umstände aufgelöst zu haben. War es denn nicht ein Versprechen der Aufklärung, dass sich mündige Menschen nach guter Kindheit und bester Bildung vom Bösen emanzipieren? Dass wir dann endlich wissen, was wir tun, vor allem aber, was wir zu lassen haben? Nein, wendet die Hamburger Philosophin Bettina Stangneth ein. Menschen sind in der Lage, wider besseres Wissen zu handeln. Das gehört zu unserer Freiheit: Wir müssen nicht konsequent sein. Noch nicht einmal die beste Einsicht oder die tiefste Überzeugung führt zwangsläufig zum dazu passenden Handeln. Aber auf das Handeln kommt es an! Kann man also sagen, dass das Böse die Schwester der Freiheit ist und sogar etwas mit dem Denken zu tun hat? Und was ist dann Moral? Könnte Philosophie helfen?

Darüber wollen wir mit Bettina Stangneth reden. Ihr Buch "Böses Denken" (Rowohlt) ist vielleicht die wichtigste philosophische Intervention seit langem. In der Tradition Immanuel Kants und Hannah Arendts besteht sie auf der Pflicht zum Selber- und Weiterdenken. Bettina Stangneth bringt bei uns erst einiges durcheinander. Und dann vieles in Ordnung.
"Für den Menschen gibt es nichts jenseits von gut und böse. Auch das Denken nicht. Darum brauchen wir eine Aufklärung ohne den Glauben in die Unschuld des Denkens."

Gastgeber: Reinhard Kahl


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