Denken. Urteilen. Richten

Philosophisches Café mit Thomas Fischer

"Richter sind keine Automaten, die von Lehrern des Rechts oder den Repetitoren zu Sprechpuppen eines gesetzgeberischen Willens ausgebildet werden." (Thomas Fischer)

Der Richter Thomas Fischer ist streitbar und auch streitfreudig. Er ist eigensinnig und brillant. Ein Selbstdenker. Jetzt geht der Vorsitzende Richter am Bundesgerichtshof in den Ruhestand. Aber er wird keine Ruhe geben. Bisher schon erregte seine wöchentliche Kolumne auf "Zeit-Online", "Fischer im Recht", nicht nur große Aufmerksamkeit, sondern auch die Gemüter. Sie ist Kult. Eine Auswahl ist als Buch bei Droemer erschienen: "Im Recht".

Immanuel Kants Diktum, dass der Mensch ein krummes Holz sei, benennt eine Voraussetzung dafür, selbst zu denken. Jeder denkt und urteilt etwas anders. Aber für das Recht kann das Krumme und Individuelle nicht maßgebend sein. Wie kommt Recht zustande? Und wie passt es zu dem krummen Holz, das Recht spricht? Thomas Fischer ist auf eigenen Wegen an die Spitze gekommen. Auf den Schul­abbruch folgten Jobs als Schreiner, Kraftfahrer, Korrektor und Paketzustel­­ler. Außerdem war er Rockmusiker. Er holte das Abitur nach und versuchte es zunächst mit Germanistik. Erst mit 27 Jahren begann er sein Jurastudium. Nach der juristischen Promotion studierte er noch Soziologie. "Es scheint mir nachgerade unerträglich, wie das Rechtssystem sich von der Zivilgesellschaft abschottet."

Gastgeber: Reinhard Kahl

Bild © Michael Herdlein



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