Die Sehnsucht nach Nähe

Philosophisches Cafè mit Martin Scherer

Wir alle brauchen Nähe zu anderen: physisch, emotional und auch ganz handfest-praktisch. Doch fällt in unseren hochindividualisierten Gesellschaften kaum etwas schwerer. Wir sehnen uns nach menschlicher Nähe ebenso sehr wie wir zunehmend unfähig zu sein scheinen, sie zu erleben: Vereinzelung und Einsamkeit gilt mittlerweile als gesellschaftliches Massenproblem. Und die digitale Vernetzung erlaubt zwar gelegentlich Gemeinschaft, gemeinsames Handeln (oder gemeinsame Empörung), aber sie führt kaum je zu echter Verbindung.

Der Philosoph Martin Scherer, der unter anderem lange im Verlagswesen gearbeitet hat und in München ein »Büro für Beredsamkeit« betreibt, ist aktuell im deutschsprachigen Raum so etwas wie der literarisch-philosophische Spezialist für die sanfteren Gefühle und Kulturtechniken: in Büchern wie »Hingabe – Versuch über die Verschwendung« oder »Takt – Über Nähe und Distanz im menschlichen Umgang« ist er bereits den feinen Nuancen im zwischenmenschlichenUmgang nachgegangen. Nun spürt er in »Nähe – Vermessung einer Sehnsucht« (zu Klampen!) dem spannungsreichen Verhältnis von Nähe und Distanz, von Innigkeit und Abstoßung nach.

Ein Abend über die ganz grundlegende menschliche Sehnsucht nach Verbindung. Und über die kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Bedingungen, in denen sie gelingen kann.

Moderation: Catherine Newmark

Foto: Sophie Weiss

 

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