Ein Tag ohne Kochen ist ein trauriger Tag

Philosophisches Café Extra mit Tilman Allert, Elisabeth Bronfen und Vincent Klink

»Die Liebe zum Draußen entsteht in der Höhle des Mundes.« (Tilman Allert)

»Tatsächlich verstehe ich Rezepte wie eine Partitur.« (Elisabeth Bronfen)

»Als belebendes Gewürz muss geistiges Futter ins Menü.« (Vincent Klink)

Wenn der Sternekoch Vincent Klink nicht in seiner Wielandshöhe kocht, spielt er Trompete oder schreibt: »Häuptling Eigener Herd« oder »Meine Rezepte gegen Liebeskummer« (Rowohlt). Elisabeth Bronfen kocht am eigenen Herd. Die Kulturwissenschaftlerin ist Professorin an der Universität Zürich. Aus »Besessen. Meine Kochmemoiren« (Echtzeit) haben wir den Titel des Abends geliehen. Tilman Allert schmeckt, denkt und formuliert das Kleine im Großen. Vom Professor für Soziologie in Frankfurt ist gerade ein »Gruß aus der Küche. Soziologie der kleinen Dinge« (S. Fischer) erschienen. Und kürzlich »Der Mund ist aufgegangen. Vom Geschmack der Kindheit« (zu Klampen).

Am Anfang der kulturellen Evolution waren das Feuer und der Herd, die Verwandlung des Rohen zum Gekochten und der gemeinsame Genuss. Die Verköstigung mit Kalorien, Vitaminen und Fastfood sowie der Endverbraucher als Zaungast der Kochshow versprechen nichts Gutes. Aber gegen die Traurigkeit des Konsums steht widerständig die Küche als Weltlabor.

»Es muss alles immer schön sein.« (Elisabeth Bronfen)

Gastgeber: Reinhard Kahl

Bild © Thomas Haller

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