Was auf dem Spiel steht

Philosophisches Café mit Philipp Blom

»Wir wissen, dass Veränderung für uns Verschlechterung bedeuten wird, und deswegen wollen wir eigentlich keine Zukunft, wir wollen nur, dass die Gegenwart nicht aufhört.« (Philipp Blom)

Opfern wir das Leben dem Überleben? Dominiert der Konsum und verlernen wir das Glück, tätig zu sein? Und was könnte schon bald die Veränderung des Klimas auslösen? Philipp Blom formuliert Gedanken, bei denen man nicht lange verweilen will. »Was auf dem Spiel steht« (Hanser) heißt sein jüngstes Buch, »Gefangen im Panoptikum« (Residenz) ein ebenfalls in diesem Jahr veröffentlichter Essay. Der Historiker hat sich in viel beachteten Studien an die Gegenwart herangearbeitet. In den »Bösen Philosophen« zeichnet Blom Risse am Anfang der Aufklärung nach. In seinen Studien »Die Welt aus den Angeln« über die kleine Eiszeit von 1570 bis 1700, »Der taumelnde Kontinent« von 1900 bis 1914 und »Zerrissene Jahre« von 1918 bis 1938 ist er Brüchen auf der Spur, an denen die moderne Welt scheitern könnte.

Könnte. – Wenn sich unsere Gesellschaft nicht zu einer Lernfähigkeit entschließt, die vielleicht erstmals in der Gattungsgeschichte als Notwendigkeit gelingen könnte. – Könnte. Was wäre das für ein Projekt! Dafür braucht es Geschichten, die Hoffnung machen und den Horizont aufreißen. Denn »Menschen sind Primaten, die sich Geschichten über sich selbst erzählen.«

Gastgeber: Reinhard Kahl

Bild © Peter-Andreas Hassiepen

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