Ein Projekt an der ETH Zürich
Initiiert und geleitet von Prof. Dr. Michael Hampe
Es entsteht ein Web-Portal für interkulturelle Weisheitsliteratur und Weisheitspraktiken. Wir möchten die Weisheitstraditionen der Welt, ihre Konzepte, Tätigkeiten, Deutungen vorstellen und miteinander ins Gespräch bringen. Wir wollen keinen vermeintlich trennscharfen Schnitt zwischen religiösen, philosophischen, literarischen oder wissenschaftlichen Auseinandersetzungen erzwingen.
Weisheitsreflektionen kreisen um Vorstellungen gelingenden Lebens und die mit der Lebensführung verbundenen Wechselfälle. Mit Erfahrungen des Todes, der Liebe, der Hoffnung, der Freundschaft, der Angst, der Krankheit, etc. Diese Erfahrungen finden sich zu allen Zeiten und Orten auf der Welt. Weisheitstraditionen haben sich ihnen immer und überall zugewandt, verschiedene Ratschläge erteilt, Verhaltensformen entwickelt und zur Einübung empfohlen. Diese gilt es zu achten und kennenzulernen. Über andere Lebenszugänge kann man auch sich selbst besser verstehen lernen. Dazu benötigt man keine Ideen von einer globalen Identität der Weisheit oder einem universalen Wettstreit, an dessen Ende ein Sieger der Traditionen, der es „richtig“ gemacht hat, das Podest betritt. Es reicht sie alle als eine grosse Familie zu sehen, deren Mitglieder durch Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede miteinander verbunden sind. Wenn sie sich Mühe geben, können sie einander verstehen, voneinander lernen und gemeinsam Unternehmungen realisieren.
METIS möchte ein Album dieser Verwandtschaft herstellen und dazu beitragen, auch die einander fremden Mitglieder an einen Tisch zu bringen. Wir möchten Übergänge zwischen Texten, Themen und Praktiken verschiedener Herkunft erforschen und selbst auch vorschlagen, so als würde man verschiedene Zeichentechniken nebeneinanderstellen und sich anhand wichtiger, wiederkehrender Zeicheninhalte, die Vielfalt der Darstellungsweisen verständlich machen. Dabei muss kein Spiel verschwinden oder herabgesetzt werden.